Dr. Adriane Bettina Kobusch (Bielefeld)

Erfahrungen mit Achtsamkeit in Schule, Psychotherapie und Medizin

Aus jüngeren Erkenntnissen der Hirnphysiologie wissen wir, dass die Aktivierung der für das Lernen so wichtigen Motivationssysteme im menschlichen Gehirn stark abhängig ist von der Art der Beziehung, die man zu seinem Gegenüber und zu den Lerngegenständen hat. Die Stimuli, die diese Hirnsysteme aktivieren, sind Gefühle der Zuwendung, Freundlichkeit, Sympathie und Akzeptanz von anderen Menschen. Achtsamkeit kann sich aus einer Haltung des Wohlwollens, der Unvoreingenommenheit und der Wertschätzung heraus entfalten und verstärkt diese Haltung dann wiederum.

Es wäre lohnend, wenn auch Schulen sich dem Thema der Achtsamkeit stärker als bislang öffneten. Im Vortrag werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bereiche Schule, Medizin und Therapie im Umgang mit Achtsamkeitsansätzen aufgezeigt. Der jeweilige Kontext bestimmt auch den Stellenwert von Achtsamkeitsübungen mit. Es werden Erfahrungen von Schülern und Lehrern, Medizinern und Patienten sowie Therapeuten und Klienten berichtet.

Dr. Adriane Bettina Kobusch

promovierte 1986 in Pharmakologie und Toxikologie an der Université de Montréal, Kanada, und arbeitete über zehn Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Krebsforschung an kanadischen und deutschen Universitäten. 1995 begann sie am Oberstufenkolleg, einer Versuchsschule des Landes Nordrhein-Westfalen an der Universität Bielefeld, mit jungen Erwachsenen als Lehrende für Gesundheitswissenschaften zu arbeiten.

 

In 2003 schloss sie eine dreijährige Ausbildung in Buddhistischer Psychologie (Karuna Training) ab und absolvierte anschließend ein Studium der Chinesischen Medizin, das sie 2008 mit dem Master of Chinese Medicine beendete. Seit 2006 arbeitet sie, neben ihrer Tätigkeit am Oberstufenkolleg, in eigener Heilpraxis in Bielefeld und kombiniert dort westliche und östliche Ansätze.