Christof Spitz

Achtsamkeit im Kontext des Bewusstseins

Der Vortrag erklärt die Achtsamkeit im Kontext der buddhistischen Phänomenologie des Geistes und der Geistesschulung. Der Geist ist ein dynamischer, aktiver und sich stets neu gestaltender Prozess, in dem viele Bewusstseinsfaktoren zusammenspielen. Diese zusammen bestimmen den intentionalen Inhalt, das subjektive Empfinden, die moralische Qualität und die psychologischen Auswirkungen eines Bewusstseinszustands. Im ersten Teil des Vortrags wird die Achtsamkeit als ein Faktor untersucht, der nie allein auftritt, sondern stets im Verbund mit anderen Bewusstseinsfaktoren.

 

Zwar lässt sich die Achtsamkeit begrifflich isolieren, aber es gibt de facto nicht „die Achtsamkeit“. Achtsamkeit steht in einem Netzwerk mit anderen Faktoren, und erst das Zusammenspiel bestimmt die Qualität des Bewusstseins. Im zweiten Teil untersucht der Referent die Achtsamkeit anhand konkreter Beispiele aus der buddhistischen Geistesschulung, etwa bei der Entwicklung  von Konzentration, Einsicht oder im Rahmen von Visualisierungspraktiken. Außerhalb der Meditation wird die Achtsamkeit angewendet, um meditativ gewonnene Einsichten und Erfahrungen in das Alltagsbewusstsein zu integrieren.

Christof Spitz

studierte Buddhismus und tibetische Sprache seit 1979 unter tibetischen Lehrern und westlichen Buddhologen, vorrangig am Tibetischen Zentrum und an der Universität in Hamburg. Seit 1981 übersetzt er mündlich und schriftlich aus dem Tibetischen, seit 1991 als Dolmetscher für den Dalai Lama im deutschsprachigen Raum. Im Tibetischen Zentrum Hamburg hat er das von Geshe Thubten Ngawang unterrichtete siebenjährige Studium des Buddhismus übersetzt und mitgestaltet. Gegenwärtig arbeitet er als Buddhismuslehrer und Geschäftsführer im Tibetischen Zentrum.