Prof. Rupert Gethin

Achtsamkeit, Meditation und Therapie

Der Begriff ‚Achtsamkeit‘ ist zu einem Allgemeinplatz in heutigen Formen der Psychotherapie – wie der Achtsamkeitsbasierten Kognitiven Therapie – geworden. Im psychotherapeutischen Kontext wird zwar oft auf den buddhistischen Ursprung der Achtsamkeit Bezug genommen. Es stellt sich aber die Frage, in welchem Umfang die psychotherapeutische Anwendung der Achtsamkeit tatsächlich eine Fortsetzung der traditionellen buddhistischen Praktiken darstellt.

 

Der Vortrag untersucht das traditionelle buddhistische Verständnis von Achtsamkeit und ihre Rolle auf dem buddhistischen Pfad und stellt es neben das moderne psychotherapeutische Verständnis von Achtsamkeit und ihre Rolle innerhalb des psychotherapeutischen Rahmens. Relevant sind dabei u.a. zwei Fragen: In welchem Umfang gibt es einfache Fortsetzungen zwischen buddhistischer und psychotherapeutischer Praxis und welche Bedeutung hat der Wechsel von einem buddhistischen zu einem psychotherapeutischen Rahmen?

 

Prof. Rupert Gethin

ist Professor für Buddhismus an der Universität Bristol, wo er Indische Religionen unterrichtet. Seine Dissertation über die Theorie der Meditation in den Pali Nikayas und der Systematik buddhistischer Gedanken wurde 1992 unter dem Titel „Der Buddhistische Weg zur Erleuchtung“ veröffentlicht.

 

Prof. Gethin hat viele Artikel über verschiedene Aspekte der Pali-Literatur veröffentlicht sowie über die Psychologie und Philosophie des Gedankensystems des Theravada- Buddhismus (abhidamma). Mit R.P. Wijeratne gab er 1998 eine englische Übersetzung des Pali-Kommentars zu einem traditionellen Abhidhamma-Textbuch heraus: ‚The Foundations of Buddhism‘. Seit 2003 ist er Präsident der Palitext-Gesellschaft. 2008 war er Numata-Gastprofessor für Buddhismus an der Universität Berkeley, Californien.